Achillessehnenriss
Als Achillessehnenriss bezeichnet man den Riss der stärksten Sehne im
Körper. Die am Fersenbeinhöcker, oberhalb der Ferse, ansetzende
Achillessehne vereinigt die drei Sehnen der Wadenmuskeln und besitzt eine
Tragfähigkeit von nahezu 800 kg. Stark beansprucht wird sie vor allem bei
plötzlichen Richtungswechseln, Sprints, oder kraftvollen Sprüngen.
Ein Riss der Achillessehne tritt normalerweise nur bei einer so genannten
"degenerativen Vorschädigung" auf, dass heißt, wenn durch kleinere
Verletzungen die Durchblutung geschwächt ist, und die Sehne in Folge dessen
besonders anfällig. Bei extremer Belastung erfolgt dann der Riss abrupt, er
wird von einem lauten, deutlich vernehmbaren Knall begleitet. Da durch
ernorme Krafteinwirkung verursacht, tritt der Riss der Achillessehne
plötzlich, und überdurchschnittlich häufig bei Sportlern auf. Eher selten
sind dagegen Risse, die sich durch Sehnenreizung oder Schmerzen im Voraus
ankündigen.
Drei Arten von Achillessehnenriss werden grob unterschieden: Der Anriss, der
komplette Abriss, und der Ausriss aus der Verse mit Knochenteilen. Die
dritte Variante wird jedoch vergleichsweise selten beobachtet. Eine
Verletzung der Achillessehne wird normalerweise von starken Schmerzen
begleitet, meist tritt eine Schwellung auf. Die Beweglichkeit des Fußes ist
stark eingeschränkt, und es ist dem Verletzten unmöglich auf den
Zehenspitzen zu stehen.
Diagnostiziert wird der Achillessehnenriss mittels des Wadenkompressionstest
nach Thompson: Während der Patient auf dem Bauch liegt, werden die
Wadenmuskeln zusammengedrückt. Normalerweise sollten sich nun die Füße nach unten beugen. Geschieht dies nicht, liegt ein Achillessehnenriss vor. Zudem
kann per Ultraschall der Abstand zwischen den Sehnen ermittelt werden. Eine
Röntgenuntersuchung verschafft Klarheit darüber, ob Knochenschäden
vorliegen.
Ist ein Riss der Achillessehne festgestellt, bestehen im Großen und Ganzen
zwei Möglichkeiten zur Behandlung. Bei der konservativen Therapie durch
einen Verband, einen Gips, oder speziell zu diesem Zweck angefertigte Schuhe
fixiert, um eine Heilung in regelrechter Lage zu ermöglichen. Der
Fortschritt wird, zum Beispiel mittels Ultraschall, überwacht. Diese Art der
Behandlung bietet sich insbesondere bei unvollständigen Rissen an.
Liegt kein besonderes Risiko beim Patienten vor, oder sind die Sehnenenden
zu weit voneinander entfernt, wird in der Regel operativ behandelt. Hierbei
werden unter lokaler- oder unter Vollnarkose die Sehnenenden vernäht oder
geklebt. Dies kann je nach Situation durch eine offene Operation, oder
mittels winziger Hautschnitte geschehen. Sollten starke Schädigungen nahe
legen, dass ein weiterer Riss in Zukunft zu befürchten ist, kann die
Achillessehne eventuell verstärkt werden. Wie bei allen Operationen können
auch bei der operativen Behandlung eines Achillessehnenrisses Komplikationen
auftreten. Blutungen, Nachblutungen und Nervenschädigungen können auftreten,
auch kann es zu Narbenbildung kommen.
Die Ruhigstellung der Sehne im Anschluss dauert in der Regel etwa 6 Wochen.
Ein behutsames Rehabilitationsprogramm ist anzuraten, wobei zu beachten ist,
dass das Risiko eines erneuten Risses ungefähr 8-10 Wochen nach dem ersten
Riss am größten ist. Im Idealfall ist die Sehne ein halbes Jahr nach der
Verletzung wieder nahezu voll belastbar, wobei jedoch die ursprüngliche
Belastbarkeit nicht wieder erreicht wird.
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